Buchhandlung in einer ehemaligen Dominikanerkirche im Zentrum von Maastricht "Boekhandel Dominicanen", Menschen schauen sich Bücher an.
Lilien Wege

Wie steht es um die Zukunft unserer Kirchen?

Veröffentlicht am 29. Mai 2026
Zuletzt aktualisiert am: 29. Mai 2026

Punkt 21 Uhr läuten in Nürnberg die Glocken von St. Sebald, St. Lorenz oder St. Peter. Für viele Menschen gehört der Klang selbstverständlich zur Stadt, genauso wie die Kirchen selbst. Doch hinter den historischen Mauern wächst der Druck: Gemeinden verlieren Mitglieder, Kirchen werden zu teuer und manche Gebäude stehen vor einer ungewissen Zukunft. Es kann aber auch anders gehen, hat Lilien Wege in Maastricht (Niederlande) recherchiert.

Noch stehen die großen Kirchen mitten im Alltag der Stadt. Doch immer mehr Gemeinden müssen sich fragen, wie sie ihre Gebäude langfristig erhalten sollen. Während St. Sebald Eintritt für die Kirche verlangt, denken andere über neue Nutzungen nach. Beispiele aus anderen Städten zeigen, wie ehemalige Gotteshäuser zu Buchhandlungen, Kulturorten oder Hotels werden könnten.

Zahl der Kirchenaustritte steigt kontinuierlich

Zwischen 2019 und 2024 verloren die christlichen Gemeinden in Nürnberg mehr als 44.000 Mitglieder, hält eine Statistik der Katholischen Stadtkirche Nürnberg fest. Während 2019 noch knapp 48 Prozent der Nürnberger:innen evangelisch oder katholisch waren, lag ihr gemeinsamer Anteil 2024 nur noch bei rund 39 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil der Menschen ohne Zugehörigkeit zu einer der beiden großen Kirchen auf über 61 Prozent. Nürnberg setzt damit einen Trend fort, der sich seit Jahren in vielen deutschen Großstädten zeigt: Die Kirchen verlieren damit immer stärker ihren festen Platz im gesellschaftlichen Leben.

Darum treten Menschen aus der Kirche aus

Die Gründe für die Austritte sind inzwischen gut erforscht. Studien der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Universität Mannheim nennen vor allem die schwindende Bindung zur Institution, die Missbrauchsskandale und die Kirchensteuer als Ursachen. Viele

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  • Lilien Wege geb. Zeljko
    Autor:in Chefredakteurin, Reporterin für Newsletter, Social Media und journalistische Veranstaltungen

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