Wenn die Demokratie in Frankreich schwächelt

Veröffentlicht am 4. April 2022
Zuletzt aktualisiert am: 5. Juni 2024

Wann hat es das je gegeben? Vor fünf Jahren, als in Frankreich zuletzt ein neuer Präsident gewählt wurde, gingen nicht nur in französischen Städten Tausende Menschen auf die Straßen, sondern auch in anderen Ländern. Auch in Nürnberg fanden, organisiert von der Bewegung „Pulse of Europe“, mehrfach Kundgebungen statt, aus Sorge, dass im Nachbarland die rechtsradikale Kandidatin Marine Le Pen die Wahl gewinnen und ganz Europa in eine Krise stürzen könnte. Und heute? 

Die Rechten haben noch mehr Zulauf bekommen. Es sind seltsame Zeiten. In den letzten Tagen vor der ersten Runde der französischen Präsidentenwahl ist Le Pen so nah wie nie an Amtsinhaber Emmanuel Macron herangerückt, der lange haushoch geführt hatte. Laut der am Montag (4. April) veröffentlichten Umfrage von Harris Interactive würden bei einer Stichwahl 48,5 Prozent für die Vorsitzende der Partei Rassemblement National stimmen. Amtsinhaber Emmanuel Macron von der Partei La République en Marche lag mit 51,5 Prozent nur noch hauchdünn vorne. Besonders zornig sind offenbar viele Junge. Nach einer Ende März veröffentlichen Studie der Denkfabrik Fondapol wollen 54 Prozent der 18- bis 24-Jährigen für Kandidaten des extrem rechten oder extrem linken Lagers stimmen. 

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  • Georg Escher
    Autor:in Kolumnist für Außenpolitik & RR-Ausbildungsbetreuer

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