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Wie Du Verschwörungserzählenden begegnen kannst

Von: Relevanzreporter Redaktion

Lange waren die gängigsten Verschwörungstheorien Witzelein à la „Bielefeld gibt es nicht“. Inzwischen sickert Spaltendes und Abstruses mitten in unsere Wohnzimmer und Gruppenchats. Durch die Corona-Pandemie verhärten sich die Positionen: Freundeskreise zerfallen in Lager, das Familienessen wird zum Pulverfass. Wie der erbitterte Streit wieder zur fairen Diskussion werden kann und warum es kein Pauschalmittel gegen Verschwörungserzählungen gibt: Unsere Reporterin Nicole Tennler hat nach Lösungen gesucht.

„Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht“, erzählt der 28-jährige Nürnberger Jonas. Er ist enttäuscht vom Staat. Fast naiv dachte er früher, die Regierung beschütze ihn immer. Heutzutage gehört er zu den Unzufriedenen und glaubt an viele Verschwörungstheorien. Aber: Er ist kein militanter Coronaleugner. „Es gibt Corona“, stellt er gleich zu Beginn des Gespräches klar. Dennoch will er sich nicht impfen lassen, hat Angst vor Unfruchtbarkeit und Chemtrails. Bill Gates stecke seiner Meinung nach wohl dahinter, er hat es so oft gehört, dass es ihm plausibel erscheint: „Passt ja alles irgendwie zusammen“. Wissenschafler haben dieses Glauben schenken durch mehrmaliges Hören bereits untersucht.

Nicht nur durch ständiges Wiederholen kann eine Verschwörungserzählung glaubwürdiger wirken: Prominente haben Einfluss, scheinbare Experten, persönliche Bekannte. Eine Erzählung der rechtsextremen QAnon-Bewegung aus den USA bekommt Glaubwürdigkeit durch Deinen Kumpel, der Dir den Link weitergeleitet hat, die Pseudomedizin stützt sich auf den Fernsehkoch...

Eine Person ist keine Position

Auch wenn Dir das alles bizarr erscheint: „So ein Quatsch!“ ist keine gute Antwort, wenn Dir Dein Freund, Familienmitglied oder sonst wer so etwas erzählt. Denn die erste Grundregel lautet: Nicht von oben herab reden. Nicht bevormunden und verurteilen, Neugier...

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