Wie Nürnbergs Vereine der Corona-Pandemie trotzen

Veröffentlicht am 29. Dezember 2021
Zuletzt aktualisiert am: 5. Juni 2024

Vereine gelten als typisch deutsch – wie Gartenzwerge und langsames Internet. In der Corona-Pandemie ist ihr Zweck, nämlich Menschen zusammenzubringen, böse unter die Räder gekommen. Wie gehen Nürnbergs Vereine damit um?

Nein, für Chorproben eignet sich „Zoom“ nur bedingt. „Es war ein einziges Chaos“, erzählt Florian Grieshammer, Chorleiter beim Gesangverein Nürnberg-Doos 1855 e.V. Es ist Frühjahr 2020, dieses seltsame Virus breitet sich aus. Plötzlich ist Lockdown – man kann nicht mehr, wie gewohnt, jede Woche zu Proben zusammenkommen. Ein Ersatz muss her. Die Stunde der Zoom-Konferenzen hat geschlagen.

Aber was bei Firmenmeetings und Vorlesungen funktioniert, muss bei Chorproben noch lange nicht funktionieren. Denn bei Zoom kommt die Stimme der Sprecher:innen mit leichter Verzögerung bei den Zuhörenden an. Wenn rund 15 Menschen im Chor singen, endet das in Stimmengewirr. Der erste Versuch, über Zoom zu proben, wurde nach 40 Minuten erfolglos beendet.

Das Gemeinschaftserlebnis fehlt

„Wir haben versucht, das Beste aus der Situation zu machen“, sagt Florian Grieshammer. „Aber es war eine eigentümliche Situation, mich allein in meinem Musikstudio zu verschanzen und von dort den Chor zu leiten.“ Die Zoom-Chorproben bestanden dann meist aus Stimmübungen mit einzelnen Sängerinnen und Sängern. „Letztlich ist das nur ein billiger Abklatsch einer echten Probe“, betont der Chorleiter. „Auch weil das Gemeinschaftserlebnis fehlt.“

Personenportrait Florian Grieshammer
Florian Grieshammer ist der Leiter des Gesangvereins Nürnberg Doos. Foto: Simon Malik

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  • Philipp Demling
    Autor:in Redakteur für Gesellschaft und Mobilität, Podcaster

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