Bitumen der Tramgleise sind bei Hitze geschmlozen und liegen als Matschklumpen im Gleisbett.
Alexandra Haderlein

Darum stehen Nürnbergs Straßenbahnen still

Veröffentlicht am 30. Juni 2026
Zuletzt aktualisiert am: 30. Juli 2026

NÜRNBERG-INNENSTADT – Die große Hitze legt Nürnbergs Straßenbahnverkehr lahm. Das hat gleich mehrere technische Gründe. Entscheidend sind vor allem zwei Effekte. Ein Erklärstück von Alexandra Haderlein.

Was passiert bei großer Hitze?

Straßenbahnschienen, die auf Asphalt (und nicht zwischen Rasenstreifen oder Kopfsteinpflaster) verlegt sind, sind in vielen Abschnitten mit Bitumen verfüllt – als Trennschicht der zwei harten Materialien Stahl und Asphalt. Im Normalfall hält es also die Schienen stabil im Straßenbelag und dient zugleich als Lärmschutz. Bei extremen Temperaturen wird Bitumen jedoch weich, klebrig und zähflüssig wie Bonbon-Masse und Fahrzeuge, die darüber fahren, arbeiten es Stück für Stück heraus.

Das Problem: Das klebrige Material haftet auf den Schienen, Fahrzeugteilen und Rädern – und jede der rund 60 vorhandenen Bahnen in Nürnberg hat ungefähr 16 Stück davon. Es kann Weichen blockieren und die Fahrwerke der rund 70 Nürnberger Straßenbahnen beschädigen. Deshalb mussten Strecken gesperrt und Fahrzeuge aus dem Betrieb genommen werden.

Warum fahren die Bahnen langsamer?

Zusätzlich zum zähen, quatschigen Bitumen sorgt die Hitze für ein zweites und drittes Problem: Die Schottergleise, wie sie beispielsweise in Finkenbrunn verlegt sind, heizen sich enorm auf und es besteht die Gefahr, dass sich die Gleise verziehen, was schlimmstenfalls zum Entgleisen führen könnte. 

Darüber hinaus dehnen sich die Oberleitungen, über die die Straßenbahnen ihren Strom beziehen, überdurchschnittlich aus und „erschlaffen“.

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