Themenfeld:

Blick nach draußen

Illustration Politik-Redakteur Georg Escher vor Symbolen der Weltpolitik

Die Welt ist ein globales Dorf. Auch Dinge, die außerhalb unserer Region geschehen, haben oft direkte Folgen für das Leben vor Ort. Das gilt für politische Entscheidungen in München oder Berlin sowie für außenpolitische Vorgänge. Zum Beispiel leidet durch die Kriege in Syrien oder in der Ukraine die Weltwirtschaft und es setzt Flüchtlingsströme in Bewegung. Deshalb richten die Relevanzreporter immer wieder auch den „Blick nach draußen“.

Alle Artikel (32) zum Themenfeld

Pressefreiheit ist auch in Deutschland immer häufiger Angriffen ausgesetzt, vor allem durch Attacken aus dem rechtsextremen Lager. Foto: Sebaso / Creative Commons BY-SA 4.0

Correctiv-Chefredakteur über den Wert von Journalismus in einer Demokratie

Am Internationalen Tag der Pressefreiheit (3. Mai) kommt der Chefredakteur von Correctiv, Justus von Daniels, auf Einladung des Presseclubs Nürnberg und den Kontakten von Relevanzreporter-Gründerin Alexandra Haderlein nach Nürnberg. Schon vor seinem Vortrag hat ihn RR-Redakteur Georg Escher exklusiv für Relevanzreporter-Mitglieder interviewt. Das Recherchezentrum Correctiv hatte Anfang 2024 ein geheimes Treffen von rechtsextremen Verschwörer:innen in Potsdam aufgedeckt.
Ein Eurofighter-Kampfflugzeug der Bundeswehr mit zwei unter den Flügeln montierten Taurus-Marschflugkörpern. Die Ukraine würde diese Waffe gerne einsetzen, doch die Bundesregierung zögert. Foto: Philipp Hayer

Wie herauskommen aus der Kriegslogik?

Ob Donald Trump beeindruckt sein wird, dass nun immerhin 18 der 31 Nato-Mitgliedsstaaten das 2014 vereinbarte Ziel, mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für das Militär auszugeben? Ob dies der Ukraine genug helfen wird, eine Niederlage abzuwenden, bleibt ebenso ungewiss. Schlimmer noch, über das Militärische hinaus ist nicht zu erkennen, wie sich die USA und die Europäer eine künftige Sicherheitsarchitektur vorstellen, die nicht nur aus Aufrüstung besteht. Es gäbe Ansätze.
Großer Auflauf bei der Einweihung des Pressemuseums von Antalya. Die Ausstellung gibt es schon seit Jahren, doch der Titel Museum ist neu. Foto: Escher

Antalya: Pressefreiheit im Museum

„Die Pressefreiheit ist das Lebenselixier der Menschenrechte.“ Dies sagte UN-Generalsekretär António Guterres zum diesjährigen Welttag der Pressefreiheit am 3. Mai. „Alle unsere Freiheiten hängen von der Pressefreiheit ab.“ Einen Eindruck davon, wie wahr das ist, konnte eine Delegation des PresseClubs Nürnberg bekommen, die Ende Oktober zu Besuch in der Partnerstadt Antalya war. Es bleibt schwierig.
Die Straße der Menschenrechte in Nürnberg. Geschaffen wurde sie vom israelischen Künstler Dani Karavan. Eröffnet wurde sie am 24. Oktober 1993. Foto: Georg Escher

„Menschenrechte waren immer unter Druck“

In Nürnberg, der Stadt der Menschenrechte, werden viele dieses Datum mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen: Vor 75 Jahren, am 10. Dezember 1948, wurde von der UNO die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet. In den vergangenen Jahren sind die Menschenrechte aber weltweit wieder so stark unter Druck geraten wie lange nicht. Wir sprachen darüber mit einem der profiliertesten Kenner der Materie in Deutschland, Professor Heiner Bielefeldt, dem Inhaber des Lehrstuhls für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seine Botschaft: „Wir sollten die Stärke von Demokratie nicht unterschätzen.“
Solidaritätskundgebung auf dem Pariser Platz in Berlin am Tag nach dem Angriff der Hamas Israel. Foto: Siegfried Lenz

Israel/Palästina: Das „Aber“ muss möglich bleiben

Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern war immer schon ein heikles Thema, auch was die Berichterstattung in den Medien anlangt. Doch noch nie, so scheint es, waren die Gräben so tief wie nach dem bestialischen Massaker von Hamas-Terroristen am 7. Oktober diesen Jahres. Zuletzt musste dies UN-Generalsekretär António Guterres erfahren. Im UN-Sicherheitsrat verurteilte er zwar den „mörderischen Terrorangriff der Nazi-Hamas“, ergänzte jedoch, dass dieser „nicht im luftleeren Raum stattfand“. Prompt sah er sich mit wütenden Protesten konfrontiert und mit Rücktrittsforderungen. Gibt es keinen Raum mehr für Zwischentöne? Einer Lösung dieses Jahrhundertkonflikts wird man so nicht näher kommen.
Das iranische Fernsehen zeigte immer wieder, wie Hamas-Raketen aus Gaza nach Israel abgeführt wurden. Foto: Fars News

„Israels 9/11“: Terror durch die Hamas

Es sind unfassbare Gräuel: Die radikalislamische Hamas hat nicht nur Israel, sondern die Welt geschockt mit ihren Angriffen aus Gaza heraus. Hunderte von Toten, vor allem in Israel, noch mehr Verletzte, aber auch hunderte Todesopfer in Gaza. Trotz allem gilt: Gewalt wird nichts lösen. Auf beiden Seiten. In dem Song „Fragile“ von Sting heißt es: „Nothing comes from violence and nothing ever could“ – nichts entsteht aus Gewalt und nichts könnte jemals entstehen“. Klar ist im Moment nur eins: Ohne Vermittlung von außen werden beiden Seiten nicht aus dieser Spirale der Gewalt herausfinden. Relevanzreporter-Autor Georg Escher versucht, die Hintergründe auszuleuchten.

Urlaub im Kriegsgebiet: So ist die Lage in der Ukraine

Wenn nachts Luftalarm ist und man nicht weiß, wo man hinsoll: Unser Redakteur Philipp Demling ist durch die Ukraine gereist. Er war schon mehrfach in dem kriegsgeschundenen Land und wollte wissen, wie es seinen Freunden dort geht. Während seiner Reise hat er Raketen einschlagen gehört, zerstörte russische Panzer gesehen und schockierenden Geschichten aus den russisch besetzten Gebieten gelauscht.
Flaggen der fünf BRICS-Staaten (China, Russland, Brasilien, Indien und Südafrika).

Die BRICS-Staaten haben genug von der Dominanz der USA

War das nun schon eine Kampfansage an die Weltmacht Nummer eins, die USA? Noch hat der jüngste Gipfel der sogenannten BRICS-Staaten im südafrikanischen Johannesburg die geopolitischen Erdplatten nicht grundlegend verschoben. Dennoch ist unübersehbar, dass eine ganze Reihe von Staaten nicht mehr gewillt sind, sich von Washington auf der Bühne herumkommandieren zu lassen. Es könnte gut sein, dass es nur ein Vorbeben einer tektonischen Verschiebung der Machtblöcke war. Die Entschlossenheit Chinas, dem mit Abstand stärksten Staat in dem Fünferverbund, die Regeln zu ändern, sollte jedenfalls niemand unterschätzen.
Seit Monaten gibt es in Israel Massenproteste gegen die Justizreform, wie hier am 4. März 2023 am Azrieli Center in Tel Aviv. Foto: Amir Terkel

Demokratie retten gegen Netanjahu und Konsorten

Das Muster kommt einem allzu bekannt vor: Was die Welt derzeit in Israel mit Schrecken beobachten kann, hat bereits zahlreiche Vorbilder in anderen Staaten, selbst in der EU. Wo immer autokratische Regierungen den Rechtsstaat angreifen, stets setzen sie an derselben Stelle an: Sie versuchen die Justiz gleichzuschalten und zu entmachten. In der Türkei, in Ungarn, in Polen. Auch in den USA, einst Vorreiter der demokratischen Welt, war das unter Präsident Donald Trump zu bestaunen. Wer die Ausbreitung dieser Seuche verhindern will, muss versuchen, Demokratie wieder robuster zu machen. Es gibt Stellschrauben.
Die Siedlung Tekoa (südlich von Jerusalem). Wie die umliegenden Siedlungen auch liegt sie auf einem Hügel, während die palästinensischen Dörfer im Tal liegen.

„Israel muss die Besatzung beenden“

Ein über Jahrzehnte schwelender Konflikt zwischen Israel und Palästina droht endgültig aufzuflammen und noch mehr Leid in die Region zu bringen. Die israelische Regierung waltet mit harter Hand. Sogar die USA und Europa zeigen sich öffentlich besorgt. Und trotz der zunehmenden Gewalt kämpft ein palästinensischer Arzt unbeirrt für den Frieden. Georg Escher hat sich mit Izzeldin Abuelaish unterhalten.
Die Horrorvorstellung: Am Am 26. März 1954 führten die USA nähe dem Bikini-Atoll den Atomwaffentest Romeo aus.

Angst vor dem nuklearen Armageddon

Die ultimative Drohung will einfach nicht verschwinden. Lange schien es ausgeschlossen, doch nun stellen die ersten westlichen Staaten der Ukraine eine Lieferung von F16-Kampfjets in Aussicht. Prompt folgt aus Moskau die drastische Warnung: Je zerstörerischer die Waffen der ukrainischen Verbündeten seien, desto größer sei das Risiko einer „atomaren Apokalypse“, drohte Dmitri Medwedew, der Vize-Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats, laut der staatlichen Nachrichtenagentur Ria. Ist das nur ein Bluff oder droht doch ein nukleares Armageddon?
Vorsichtige Annäherung: Bei seinem Antrittsbesuch in China im November 2022 wurde Bundeskanzler Olaf Scholz durch Staatspräsident Xi Jinping empfangen.

Wie umgehen mit China: “Europa hat sich ohne Not klein gemacht”

Es ist unübersehbar: Die Spannungen insbesondere zwischen den USA und China haben stark zugenommen. Selbst ein militärischer Konflikt ist nicht mehr auszuschließen. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat Taiwan, das von Peking als Teil der Volksrepublik angesehen wird, mehrfach mit einem Militäreinsatz gedroht. US-Präsident Joe Biden wiederum versprach dem Inselstaat umgehend militärische Unterstützung. Was bedeutet das für uns, für Deutschland, für Europa? Wir sprechen darüber mit einem der besten Kenner Chinas, Bill Holler, der im Vorstand des OstWestWirtschaftsForums Bayern (OWWF) für China zuständig ist. Der 72-Jährige Neumarkter hat in der der chinesischen Provinz Shandong eine Zulieferfirma aufgebaut und ist dort hochdekoriert.
Friedensdemonstration am Rosenmontag, 28. Februar 2022, in Köln anlässlich der Kriegshandlungen in der Ukraine.

Wenn mehr Frauen an Friedensverhandlungen beteiligt sind, ist der Frieden stabiler

Außenministerin Annalena Baerbock ist dabei, mitten in krisenhaften Zeiten die Politik ihres Hauses neu auszurichten. Anfang März stellte sie ihre Leitlinien für eine feministische Außenpolitik vor, gemeinsam mit Entwicklungsministerin Svenja Schulze. Umgehend reagierte CDU-Chef Friedrich Merz mit Spott. „Sie können von mir aus feministische Außenpolitik, feministische Entwicklungshilfepolitik machen, aber nicht mit diesem Etat für die Bundeswehr”, schoss er in einer Bundestagsdebatte in Richtung der Ministerin. Wir sprachen über das Konzept mit der gebürtigen Fränkin Kristina Lunz, einer der Vordenkerinnen feministischer Außenpolitik. Sie stellt selbstbewusst fest, dass es die männlich dominierte Politik sei, die die Welt in den derzeitig krisenhaften Zustand gebracht habe. Gesellschaften seien stabiler, wenn mehr Frauen eingebunden seien.
Raketenangriff am 14. Januar 2023 auf die ukrainische Großstadt Dnipro

Warum Putin über ein Ende des Kriegs in der Ukraine verhandeln will

Es läuft nicht gut für Wladimir Putins „Spezialoperation“ in der Ukraine. Der Krieg, der nicht so heißen darf, dauert schon fast ein Jahr. Die Invasoren müssen Rückschläge hinnehmen. Selbst brutalster Raketenbeschuss konnte nicht verhindern, dass besetzte Gebiete wieder zurückerobert wurden. Hinter den Kulissen knirscht es, wie das hektische Stühlerücken in der Militärführung zeigt. Schlimmer noch für Putin, an diesem Freitag (20. Januar) werden auf der US-Militärbasis Ramstein die Nato-Spitzen zusammenkommen, um erstmals auch über Kampfpanzer für die Ukraine zu beraten. Es ist wohl diese Dynamik, die den Kremlchef höchstselbst wiederholt das Wort Verhandlungen in den Mund nehmen ließ, das zuvor absolut tabu zu sein schien.

Katar und die EU – Warum Transparenz auch in Nürnberg wichtig wäre

Bündelweise Geld in Koffern, Tüten, dazu noch ein Kinderwagen? Dass Korruption im Fall „Katar-Gate“ so plump betrieben wurde, ist eine der Überraschungen, die in dem Fall stecken. Man hätte sich das raffinierter vorstellen können. Mit Weiterungen ist zu rechnen, denn es ist eher unwahrscheinlich, dass der reiche Golfstaat und Fußball-WM-Ausrichter Katar nur die 44-jährige griechische EU-Abgeordnete Eva Kaili und ein paar Italiener bestochen haben soll, um das Image ihres Landes zu schönen. Unabhängig davon kann man auch im fernen Nürnberg etwas daraus lernen, wie möglichen Mauscheleivorwürfen, etwa bei großen öffentlichen Aufträgen, vorgebeugt werden könnte.
Iraner-Protest vor der Nürnberger Lorenzkirche

Iran: „Die Mullah-Regierung ist nicht reformierbar“

Der Iran ist in einem Aufruhr wie seit Jahren nicht mehr. Seit dem offenbar durch Polizeigewalt herbeigeführte Tod der 22-jährigen Kurdin Jina Mahsa Amini in Teheran am 16. September hat das Regime die Proteste nicht beenden können. Auch in Nürnberg leben zahlreiche Iraner und Iranerinnen, die die Vorgänge in ihrer Heimat genau verfolgen und mit Freunden und Familie in engem Austausch stehen. Wir haben mit drei von ihnen gesprochen: Maede Soltani, Tochter des jahrelang inhaftierten Rechtsanwalts und Bürgerrechtlers Abdollfattah Soltani, dem 2009 der Nürnberger Menschenrechtspreis zuerkannt wurde, sowie Parvin Nazemi und Farshid Ahey, die nach der Islamischen Revolution im Iran in Haft saßen und Mitte der 80er Jahre nach Nürnberg kamen.

Demokratien in der Wahlkrise

Die US-Bürger haben gewählt, doch an der politischen Selbstblockade des Landes, das die Demokratie quasi miterfunden hat, ändert das nichts. Die USA sind damit nicht allein. In vielen Staaten wackeln Regierungen schon in dem Moment, das sie den Amtseid ablegen. Ist das nur eine Momentaufnahme, oder steckt die Demokratie in der Krise?

Italien: Politik wie in der Achterbahn

Der italienische Paukenschlag kam nicht unerwartet. Mit dem Wahlsieg der Partei Fratelli d‘Italia unter ihrer Chefin Giorgia Meloni werden wohl erstmals Postfaschisten die Regierung in Rom stellen. Das ist eine historische Zäsur. Doch ob Italien damit ins Rechtsextreme abgleitet und die Europäische Union gleich mit in den Abgrund reißt, für solche Ängste ist es zu früh. Das Land hat seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bereits 67 Regierungen gesehen. Ob Melonis wackliges Bündnis mit der Lega Nord von Matteo Salvini und Silvio Berlusconis Forza Italia länger hält als die Vorgänger, muss sich erst noch zeigen. Probleme, auch für die EU, wirft die Wahl dennoch auf.

Ist der Konflikt mit China unvermeidlich?

Ist der Spuk rund um Taiwan schon wieder vorbei, oder war das nur ein Vorspiel für einen sich anbahnenden, gewaltigen Konflikt zwischen China und den USA? Noch jedenfalls ist der Krieg in der Ukraine längst nicht zu Ende, da braut sich am anderen Ende der Welt etwas zusammen, das noch viel schlimmere Folgen haben könnte. Die scharfen Töne zwischen den politischen Führern in Washington und Peking um Taiwan könnten, wenn nicht alle einen kühlen Kopf behalten, einen umfassenden Krieg zwischen den beiden größten Militärmächten der Welt auslösen.

Wie der Klimawandel politische Konflikte schürt

Wenn in Südschweden wie im Süden Englands inzwischen Wein angebaut wird und in Franken immer mehr Rot- statt Weißwein, hat auch dies mit dem Klimawandel zu tun, ist aber noch harmlos. Selbst in unseren gemäßigten Breitengraden gibt es jedoch ernsthafte Schäden. In Brandenburg wüteten zuletzt Waldbrände, allerdings nicht so schlimm wie in den Urlaubsländern Italien, Frankreich, Spanien und Kroatien, die unter einer Rekordhitze leiden. Noch viel dramatischer sind die Folgen in den Staaten des globalen Südens, wo die Zahl der Klimaflüchtlinge schon jetzt enorm hoch ist. Es ist höchste Zeit zu handeln.

Wenn Lebensmittel mehr Profit abwerfen als Rohöl

Nicht nur die Gas- und Benzinpreise sind seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine in die Höhe geschossen. Auch viele der wichtigsten Lebensmittel, vor allem Weizen, haben sich enorm verteuert. Es gibt mehrere Faktoren, die die Preise von Nahrungsmitteln beeinflussen. Doch die Spekulation an den Börsen ist mittlerweile einer der wichtigsten Treiber. Doch wie funktioniert das eigentlich?

Kann Afrika unsere Energieprobleme lösen?

Der brutale Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine wirbelt alles durcheinander. Die Energiepreise schießen durch die Decke, Lebensmittel werden für viele unerschwinglich teuer, Europas gesamtes Energiekonzept steht in Frage. Und siehe da: Plötzlich wird auch Afrika wiederentdeckt: als möglicher Lieferant für Gas, Solarstrom und Wasserstoff. Klar wird aber auch: Etliche Probleme hätten sich vermeiden lassen, hätte man vor Jahren klüger und weniger kurzsichtig gehandelt.

Die EU diskutiert ihre Zukunft, und keiner merkt es

Eine Quizfrage vorweg: Schon mal davon gehört, dass am 9. Mai, dem Europatag, nach zweijähriger Diskussion eine „Konferenz zur Zukunft Europas“ zu Ende ging, die grundlegende Änderungen für die EU vorschlug? Unter anderem soll das Prinzip der Einstimmigkeit in vielen Politikbereichen abgeschafft werden. Zuletzt hat Ungarn im Ringen um ein weiteres Sanktionspaket gegen Russland wieder einmal vorgeführt, warum dieses Veto unbedingt fallen muss. Warum aber läuft so eine Debatte praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab? Wenn die europäische Selbstblockade über- wunden werden soll, jetzt ist die Zeit dafür.

Die Ukraine ist nicht aufnahmereif, die EU auch nicht

Die Diskussion, ob und wann die Ukraine möglicherweise in die EU aufgenommen werden kann, ist teilweise unfassbar realitätsfremd. Vor allem ein Aspekt wird völlig ausgeklammert: Die Frage ist nämlich nicht nur, ob dem von Russland mit einem brutalen Krieg überzogenen Land eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union nützen würde, sondern ob die Gemeinschaft der 27 Staaten derzeit überhaupt aufnahmefähig ist. Nein, sie ist es nicht. Unter den heutigen Prämissen würde ein EU-Beitritt der Ukraine die Selbstblockade der Union weiter verschärfen.

Pressefreiheit unter Druck, von außen wie von innen

Der jährliche Internationale Tag der Pressefreiheit sollte eigentlich ein stolzer Tag sein. Sollte, denn die Realität sieht zunehmend düster aus. Dabei sind es nicht nur Staaten wie Afghanistan, Saudi-Arabien, Iran, Irak oder Mexiko, in denen Journalist:innen mitunter mit ihrem Leben bezahlen. Auch stabilen Demokratien, selbst Deutschland, fällt es zunehmend schwer zu gewährleisten, dass Medienschaffende gefahrlos ihrer Arbeit nachgehen können. Und es gibt Marktmechanismen sowie Veränderungen in der Mediennutzung, die die Pressefreiheit mittlerweile von innen aushöhlen.
Illustration Politik-Redakteur Georg Escher vor Symbolen der Weltpolitik

Putin vor ein Tribunal, warum nicht auch Bush?

Sollte der russische Präsident Wladimir Putin vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag angeklagt werden? Diese Frage wird kaum irgendwo mit mehr Interesse verfolgt werden als in Nürnberg, schließlich waren die Nürnberger Prozesse gegen die einstige Nazi-Führungselite das Muster, nachdem viel später der Gerichtshof in den Niederlanden eingerichtet wurde. Dass nun aber ausgerechnet die USA einen solchen Prozess gegen den Kreml-Herrscher fordern, obwohl sie selbst den Strafgerichtshof nicht anerkennen, ist ein Stück politischer Absurdität.
Demo von Pulse of Europe vor der Lorenzkirche. Blick von oben auf die Menge.

Wenn die Demokratie in Frankreich schwächelt

Wann hat es das je gegeben? Vor fünf Jahren, als in Frankreich zuletzt ein neuer Präsident gewählt wurde, gingen nicht nur in französischen Städten Tausende Menschen auf die Straßen, sondern auch in anderen Ländern. Auch in Nürnberg fanden, organisiert von der Bewegung „Pulse of Europe“, mehrfach Kundgebungen statt, aus Sorge, dass im Nachbarland die rechtsradikale Kandidatin Marine Le Pen die Wahl gewinnen und ganz Europa in eine Krise stürzen könnte. Und heute? 

Warum eine Aufstockung der Militär-Etats die Welt nicht sicherer macht

Die regierende Ampelkoalition in Berlin will plötzlich 100 Milliarden Euro zusätzlich für die Bundeswehr ausgeben. Wenn aber sogar die US-Geheimdienste und das Pentagon perspektivisch eher den Klimawandel als größte Bedrohung für die internationale Sicherheit ausgemacht haben, stellt sich die Frage, ob dieser Kurswechsel eher in die Vergangenheit als in die Zukunft führt?

Plötzlich kommt der Krieg zu uns

Vier Tage vor dem russischen Überfall auf die Ukraine schrieb ich in einem Artikel für die Relevanzreporter: „Wie immer der Konflikt ausgehen wird, auch in der Metropolregion wird man die Auswirkungen spüren. Wir sollten uns interessieren.“ Die Auswirkungen kamen schneller als erwartet und heftiger. Benzin-, Diesel sowie Gaspreise sind in die Höhe geschossen. Auch ich, Georg Escher, Außenpolitik-Redakteur der Relevanzreporter, bin inzwischen viel unmittelbarer betroffen, als ich mir das zunächst vorgestellt hatte.

Putin stoppen, aber wie?

Es gibt viele Menschen in Nürnberg, die intensive Kontakte in die Partnerstadt Charkiv im Osten der Ukraine haben. Sie wird es noch mehr geschockt haben als andere, welche unfassbare Explosion es am Montag, 28. Februar 2022, in dieser zweitgrößten Stadt der Ukraine gab. Direkt vor dem so markanten Gebäude der Regionalregierung, wo Aktivisten Spenden sammelten, schlug eine Rakete ein.
Illustration Politik-Redakteur Georg Escher vor Symbolen der Weltpolitik

Was will Wladimir Putin?

Die Krise zwischen der Ukraine und Russland spitzt sich weiter zu. Es gibt erste Kampfhandlungen. Unser Teammitglied, Georg Escher, ist jahrzehntelang Politik-Redakteur und kennt die nationale sowie internationale Politik fast wie seine Westentasche. Er hat Kontakte rund um den Globus. In seiner Kolumne “Der Blick nach draußen” wird er Dir hier künftig die großen bedeutenden Themen des Weltgeschehens erklären und Dir damit Orientierung geben.
Illustration Politik-Redakteur Georg Escher vor Symbolen der Weltpolitik

Warum soll Dich in Nürnberg die Ukraine-Krise interessieren?

Als jahrzehntelanger Politik-Redakteur kennt unser Teammitglied Georg Escher die nationale sowie internationale Politik fast wie seine Westentasche und hat Kontakte rund um den Globus. Er wird Dir hier künftig die großen bedeutenden Themen des Weltgeschehens erklären und Dir damit Orientierung geben. In seinem Auftakt-Werk geht’s um die angespannte Lage in der Ukraine.