Die Rüstungsindustrie hatte schon immer einen eher zweifelhaften Ruf und wurde in der Verganenheit von vielen Unternehmen gemieden. Doch spätestens seit Beginn des russischen Angriffskriegs hat die Branche einen beispiellosen Image-Wandel erlebt. Das zeigt sich auch in Nürnberg. Unser Reporter Marc Schmidt hat sich angesehen, wie die Region vom Boom profitiert.
Seit dem Ausruf der Zeitwende durch den ehemaligen Bundeskanzler Olaf Scholz im Jahr 2022 hat eine Aufrüstung begonnen, wie sie seit Ende des Kalten Kriegs nicht mehr in Deutschland stattgefunden hat. So hat sich zum Beispiel die Zahl der Mitglieder im Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) auf 550 Mitglieder verdoppelt, wie Business Insider berichtet. Ein Grund dafür sind die steigenden Ausgaben der Bundesregierung für das Militär. Verglichen mit 2020 investierte der deutsche Staat laut einer Erhebung von Statista im Jahr 2024 60 Prozent mehr in das Militär.
Diese Zahlen haben auch eine große Auswirkung auf die Wirtschaft im Großraum Nürnberg. Das größte Rüstungsunternehmen in der Region, Diehl Defence, hat seinen Umsatz zwischen 2020 und 2024 mehr als verdreifacht und zuletzt 1,8 Milliarden Euro verdient. Das Unternehmen hat eine große Produktionsstätte in Röthenbach an der Pegnitz. Das große Interesse der Rüstungsindustrie an der Metropolregion Nürnberg ist alles andere als zufällig.
Schnellere Beschaffung, weniger Bürokratie
Mit dem „Gesetz zur Beschleunigung von Beschaffungsmaßnahmen für die Bundeswehr“ hat die Bundesregierung den „Rüstungsturbo“ gezündet. Unter bestimmten Umständen können jetzt sogar Aufträge ohne öffentliche Ausschreibung vergeben werden. Außerdem erlaubt das
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