Kommentar: Reißt Nürnbergs Kaufhaus-Ruinen nieder!

Veröffentlicht am 12. Juli 2024
Zuletzt aktualisiert am: 16. Juli 2024

Die Stadt Nürnberg will den ehemaligen Kaufhof kaufen. Ausgezeichnet, sagt Relevanzreporterin Andrea Beck. Dann macht das Gebäude weg, den City-Point gleich mit und holt die Natur zurück nach St. Lorenz.

„Pfannenschmiedsgasse“ – bei diesem wohlklingenden Straßennamen denkt man sofort an fränkisches Fachwerk unter rotem Ziegeldach, an dem der Grilldunst von Nürnberger Bratwurst aufsteigt. Doch läuft man in diesen Tagen im echten Leben durch die Nürnberger Pfannenschmiedsgasse sind alle romantischen Vorstellungen sofort dahin.

Denn die Parallele der Königstraße ist zur steinernen Schlucht geworden. Von der verfallenden grauen Fassade des ehemaligen City-Points wandert das Auge über viel graues Pflaster zu den leeren Schaufenstern und der meterhohen – natürlich grauen – Plattenwand des ehemaligen Kaufhofs. Ein grauenhafter Anblick.

Eine SPD-Stadtführung als „Augenöffner“

Zugegeben, – ich habe die Nürnberger Debatte um City-Point und Kaufhof lange Zeit ohne besondere Leidenschaft verfolgt. Eine Lösung für die leeren Ex-Shopping-Hallen in der Fußgängerzone wird sich schon finden, dachte ich.

Bis die SPD-Fraktion Ende Juni zur Stadtführung lud. Anlässlich der Einstufung des Altstadtzentrums als „Stadterneuerungsgebiet“ mit Förderzusage sammelte die SPD-Fraktionschefin Christine Kayser von Verteter:innen der Stadt, des Kulturgewerbes, der Gewerkschaften und der Tourismusbehörde öffentlich Ideen für die zukünftige Nutzung der verlassenen Konsumtempel ein. Rund 50 Zuhörer:innen mit Block

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