Autor(en)

Relevanzreporter

Unabhängiger, konstruktiver Lokaljournalismus für Nürnberg & die Region.

Folge uns

Ein Plädoyer für unabhängigen Lokaljournalismus

Von: Susanne Hausdorf

Lesezeit: 4 Minuten

|
|
Unabhängige Medien sind das Rückgrat einer toleranten Stadtgesellschaft. Sie enthüllen Missstände, verschaffen Menschen Gehör und fördern informierte Entscheidungen. Letztlich sichern sie eine lebendige Demokratie auf lokaler Ebene. Doch den lokalen Medien, auch denen in Nürnberg geht es nicht gut. Vielen sind bereits ausgestorben - und werden definitiv nicht wiederkommen. Warum es deshalb uns, die Relevanzreporter Nürnberg braucht, und was wir anders machen: Ein zukunftsgerichtetes Plädoyer unserer Reporterinnen Susanne Hausdorf und Alexandra Haderlein.

Unabhängige Medien sind das Rückgrat einer toleranten Stadtgesellschaft. Sie enthüllen Missstände, verschaffen Menschen Gehör und fördern informierte Entscheidungen. Letztlich sichern sie eine lebendige Demokratie auf lokaler Ebene. Doch den lokalen Medien, auch denen in Nürnberg geht es nicht gut. Vielen sind bereits ausgestorben – und werden definitiv nicht wiederkommen. Warum es deshalb uns, die Relevanzreporter Nürnberg, braucht, und was wir anders machen: Ein zukunftsgerichtetes Plädoyer unserer Reporterinnen Susanne Hausdorf und Alexandra Haderlein.

Weg ist weg und kommt nicht wieder

Wo Lokaljournalismus einmal ausgestorben ist, kommt er nicht wieder: Die Journalist:innen suchen sich andere Jobs. Doch die Konsequenzen sind drastisch. In den USA ist das Lokalzeitungssterben schon deutlich weiter fortgeschritten als bei uns. Man spricht dort von sogenannten “News Desserts”, also Nachrichtenwüsten, wo aufgrund von Unwirtschaftlichkeit (Kosten für die Zeitungszustellung oder auch mangelnde Finanzierung durch Werbung) die Lokalmedien eingestellt wurden.
Korruption und Politikverdrossenheit – wollen wir das wirklich für uns hier?

Relevanzbrief – Unsere kostenlose Wochenpost für Dich

Du möchtest uns unverbindlich näher kennenlernen, Nachrichten aus Deiner Stadt erhalten und erfahren, was wir Dir und unserer Community so zu bieten haben? Kein Problem! Mit unserem wöchentlichen, kostenlosen Relevanzbrief. Hol’ ihn Dir hier:

Hinweise zu der von der Einwilligung mitumfassten Erfolgsmessung, dem Einsatz des Versanddienstleisters MailChimp, Protokollierung der Anmeldung und Deinen Widerrufsrechten erhältst Du in unserer Datenschutzerklärung.

Die Konsequenz: Die Korruption steigt, weil keiner mehr den Obrigen auf die Finger schaut, die gesellschaftliche Spaltung wächst, weil man seltener mit Meinungen anderer, außerhalb der eigenen Filterblasen konfrontiert wird und mit alledem steigt auch die Politikverdrossenheit beziehungsweise die Tendenz zur Wahl politisch extremer Ränder.

Niedergang der Nürnberger Medienlandschaft

Auch in Nürnberg schrumpft die Medienlandschaft. Seit Jahren. Die Abendzeitung ist längst Geschichte, ebenso der Sonntagsblitz, der bis zu Beginn der 2010er Jahre kostenlos in den Briefkästen steckte. Die Nürnberger Zeitung ist von den Nürnberger Nachrichten geschluckt worden und existiert seither nur noch im Titel – im Branchen-Sprech nennt man dies eine Zombie-Zeitung. Die Bild-Zeitung hat 2023 angekündigt, ihr Nürnberger Büro zu schließen.

Seit Oktober 2020 gibt es die beiden Zeitungen “Nürnberger Zeitung” und “Nürnberger Nachrichten” als solche nicht mehr: Die kleine Schwester NZ ist unter die Fittiche der NN-Mutter, den Verlag Nürnberger Presse gerutscht. Archivfoto: Thomas Geiger

Abgewandert in die PR

Hunderte Medienschaffende sind im Zuge dieser Entwicklung gegangen (worden). Die meisten arbeiten heutzutage nicht mehr im Journalismus, sind oftmals abgewandert in die (deutlich besser bezahlte) PR. Und das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange: Ob sich der Verlag Nürnberger Presse am Ende halten kann, aufgeben muss oder von einem anderen Verlag aufgekauft wird, ist ungewiss. So oder so: Der Medienvielfalt und damit der Demokratie wird damit kein Gefallen getan. Neue Medienangebote, die von Marketing-Agenturen gestartet werden und werbegesteuert sind, werden daran nicht rütteln können (und wollen), haben sie doch ganz andere Ziele als der klassische Journalismus.

Blick in die Zukunft: Noch können wir als Gesellschaft gegensteuern

Lokaljournalismus soll dazu beitragen, Dich als Bürger:in zu informieren, Dich zu befähigen, Verantwortung zu übernehmen, um Deine lokale Gemeinschaft auch in Zukunft mitzugestalten. Jetzt haben wir es als Stadtgesellschaft noch in der Hand, ob wir gegensteuern wollen, indem wir die noch existierenden unabhängigen Medien unterstützen und damit in die Zukunft tragen wollen.

Wie wir, Relevanzreporter:innen konkret unsere Arbeit verstehen:

Aufwändige, tiefgründige Recherche für umfassende Informationen

Notizzettel mit Fragen aus der Community für die Recherche über obdachlose Menschen in Corona-Zeiten von Alexandra Haderlein. Symbolfoto: Alexandra Haderlein Datum: März 2021 Ort: Nürnberg
Notizzettel mit Fragen aus der Community für die Recherche über obdachlose Menschen in Corona-Zeiten von Alexandra Haderlein. Archivfoto: Alexandra Haderlein

Guter Journalismus benötigt Zeit und Hingabe. Bei den Relevanzreportern legen wir Wert auf gründliche Recherchen und tiefgründige Berichterstattung. Schnelle Schlagzeilen tangieren oft nur die Oberfläche und verhindern ein vollständiges Verständnis komplexer Themen. Indem wir uns Zeit nehmen, um relevante Informationen zu sammeln, verschiedene Perspektiven (auch von Euch) mit einholen und betrachten, liefern wir Grundlagen für informierte Diskussionen und Entscheidungen.

Transparenz als Basis für neues Vertrauen in die Medien

Transparenz ist ein Eckpfeiler unserer Arbeit. Wir liefern unseren Leser:innen deshalb nicht nur Recherchen, sondern ermöglichen ihnen auch regelmäßig Einblicke in unsere Arbeit. Egal, ob bei Redaktions-Konferenzen, Veranstaltungen mit der Community oder auch bei einzelnen Recherchen: Ihr sollt nachvollziehen können, wie wir Journalist:innen arbeiten, warum wir wie entscheiden und auf welcher Grundlage wir zu unseren Recherche-Ergebnissen kommen. Bestenfalls gelingt es uns damit, verloren gegangnes Vertrauen in die Medien zurückzugewinnen.

Perspektiven sichtbar machen für mehr Toleranz

Wir fördern die Toleranz und damit die Demokratie, indem wir digital und im realen Leben Möglichkeiten schaffen, bei denen Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen und mit unterschiedlichsten Hintergründen ihre Meinungen und Perspektiven teilen können. Als Gemeinschaft engagierter Medienschaffender sind wir fest davon überzeugt, dass Demokratie nur dann funktioniert, wenn alle Stimmen gehört werden. Dabei bekennen wir uns zu den Werten des Grundgesetzes: Wir dulden auf keinen unserer Kanäle sexistische, rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen!

Partizipation und Engagement

Die Demokratie lebt von der Beteiligung der Bürger:innen. Die Relevanzreporter ermutigen deshalb die Menschen, aktiv am gesellschaftlichen Diskurs teilzunehmen. Mit partizipativen Angeboten auf unseren Online-Kanälen (Webseite www.relevanzreporter.de ebenso wie Facebook, Instagram oder Linked In, Podcast “Nürnberg morgen” und Newsletter) sowie bei unseren journalistischen Veranstaltungen fördern wir den Dialog und versetzen Menschen in die Lage, ihre Anliegen und Ideen untereinander auszutauschen. Damit die Ergebnisse dort nicht verhallen, greifen wir sie auch immer wieder in unserer journalistischen Arbeit auf.

Aktiver Austausch steht an oberster Stelle bei Relevanzreporter-Veranstaltungen, hier bei unserer allerersten Veranstaltung zu den Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im März 2022. Archivfoto: Simon Malik

Lösungen für einen optimistischeren Blick auf die Welt

Es ist erwiesen, dass negative Nachrichten ohne konstruktiven Blick zur Nachrichtenabkehr führen. Wir setzen deshalb bewusst auf eine lösungsorientierte, aber dennoch journalistisch-kritische Berichterstattung. Damit treten wir nicht nur dem Medien- und Politikverdruss aktiv entgegen, sondern bemühen uns zugleich um das menale Wohlergehen der Menschen in Nürnberg und Umgebung, da wir sie ermächtigen, sich selbst konstruktivere Denk-und Handlungsmuster anzugewöhnen. Der sogenannte konstruktive Journalismus stärkt also den/die Einzelne:n genauso wie die Demkratie als solches, wenn Menschen wieder ein- statt abschalten und sich ermutigt fühlen, aktiv an positiven Veränderungen vor ihrer Haustür mitzuwirken.

Möchtest auch Du jetzt unsere Arbeit unterstützen, hast Du folgende Möglichkeiten:

1. Werde Förderpat:in mit Deiner Spende (Spendenbescheinigung möglich):

Für alle weiteren Fragen, Anliegen und Ideen stehen wir Dir natürlich auch jederzeit telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung! Mehr Infos auch unter: https://relevanzreporter.de/spenden/

2. Falls noch nicht geschehen: Werde Mitglied unserer Relevanzreporter-Community (ab 8 Euro/Monat) und erhalte direkt auch Zugriff auf all unsere Recherchen, Newsletter und Podcast-Folgen:

Jetzt schon ab 8 € unterstützen!

Werde auch Du Teil der Relevanzreporter-Community!

Mit Deiner Unterstützung entwerfen wir mit Dir das neue Medienangebot für Nürnberg und die Region. Nachrichten, wie Du sie wirklich willst.

Löschen

Das könnte Dich auch interessieren: