Norbert Dischinger

Aktivist bei „Nürnberg autofrei“

(ohne Auto seit 1993, dafür mit 3 Fahrrädern und 4 Tandems immer gemeinsam mobil)

Vorschläge für Klimaschutz in Nürnberg in den nächsten 12 und 24 Monaten

Was sind die konkreten nächsten Schritte und Ziele der Stadtverwaltung für den Klimaschutz in den nächsten 12 und 24 Monaten und woraus soll die Zuversicht kommen, dass nun endlich mehr passiert als in den letzten 12 und 24 Monaten?

Planungs- und Baureferent Daniel Ulrich windet sich weiterhin und vermeidet, die Energiewende aktiv voranzutreiben. Es ist bequemer, Barrieren aufzuzeigen und herbeizureden als zur Lösung beizutragen.

Die Bebauungsordnung ist vielerorts in Nürnberg immer noch ein Hinderungsgrund für solares Bauen, solange das Stadtbild und das Straßenbild wichtiger sind als der Klimaschutz: Also lieber in Schönheit verbrutzeln? Die n-ergie Netz fürchtet Verkehrsbehinderungen durch Netzausbaumassnahmen mehr als die drohenden Heißtage in Nürnberg betonierter Innenstadt.

Es wäre angesichts des Schildkrötentempos der n-ergie bei der Erhöhung ihres erneuerbaren Produktionsanteils in den letzten 20 Jahren ehrlicher und fairer gegenüber der Bevölkerung anzuerkennen, dass wir in den nächsten 10 Jahren nicht nennenswert vorankommen wollen und uns mit Hitzenotfallplänen und einer Sicherung der Trinkwasserversorgung beschäftigen sollten, statt über „hätte, würde, könnte“ zu debattieren. Schade eigentlich.

Folgende kostenextensive Sofortmaßnahmen erlauben erste sichtbare schnelle Erfolge, um die Zuversicht zur Erhaltung der Lebensgrundlagen zurückzugewinnen, anstelle mit der Sorge um schwindende BMW-Dividenden (Zitat eines jungen CSU Stadtrates hinter vorgehaltener Hand: „Wovon sollen wir denn dann leben?“) gemeinsam in Würde unterzugehen:

Darum fordert das laufende Bürgerbegehren „Nürnberg autofrei“

  1. Rückbau von innerstädtischen Fahrspuren und Entsiegelung, für Schwammstadt, Luftgüte und Temperaturabsenkung im Sommer
  2. Tempo 30 innerhalb des B4R-Rings
  3. Rückbau und Rückgabe von Kfz-Stellplätzen auf Gehwegen, Radwegen und Qualitätsfreiflächen
Norbert Dischinger – Foto: Thomas Geiger

Für effektiven, schnell wirkenden, sektorübergreifenden Klimaschutz braucht es darüber hinaus:

  • Aufhebung aller kommunalen Bauplaneinschränkungen für solares Bauen (Gebäudesolartechnik, aktiv und passiv). Viele Bauherren wollen mehr als ihnen durch die BO erlaubt wird. Herr Ulrich meint, man müsse die Bauherren überzeugen. Von und zu was?
  • Bereitstellung aller städtischen- und Tochter-Dachflächen zum Selbstkostenpreis für PV-Anlagenbauer und Betreiber: Großgebäude, Flughafen, Hafen, Messe.
  • Symbolische und ordnungsrechtliche Förderung von kalten Nahwärmenetzen für Wohnstraßen und Quartiere in Eigenregie
  • Ehrliche Kommunikation, welche auf die kommenden notwendigen Veränderungen im persönlichen Verhalten hinweist, wie schon bekannt: kürzer duschen, niedriger heizen, weniger reisen, weniger konsumieren – mehr gemeinschaftliches Leben im zurückzuerobernden öffentlichen konsumfreien Raum.