Autor(en)

Katharina Stöger

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Thomas Geiger

Relevanzreporter

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Was bringt uns Kultur – die Antworten zu Deinen Fragen an Julia Lehner

Von: Katharina Stöger

Finanzierungslücken, fehlendes Personal und mit der Energiekrise eine weitere schwere Hürde für Nürnberg: Die Kulturbranche beispielsweise ächzt schon länger unter dem Spardruck der Stadt. Bei den Laufamholzer Gesprächen zum Thema "Was bringt uns Kultur?" hat die Kulturbürgermeisterin, Julia Lehner (CSU), Deine Fragen beantwortet. Unsere Reporterin Katharina Stöger hat sie hier zusammengefasst.

Wir haben vorab die Relevanzreporter-Community aufgerufen, uns Fragen zukommen zu lassen, beispielsweise über unser Redaktionshandy per WhatsApp oder über Instagram, die wir Julia Lehner am 13. November 2022 stellen können. Unsere Relevanzreporter-Gründerin Alexandra Haderlein war die Moderatorin der Laufamholzer Gespräche, einer Reihe der Evangelisch Lutherischen Gemeinde Laufamholz aus Nürnberg. Das war also Deine Chance eine persönliche Antwort von Nürnbergs Kulturbürgermeisterin zu erhalten.

“Laufamholzer Gespräche” im Gemeindesaal der Ev. Luth. Kirchengemeinde Laufamholz. Foto: Thomas Geiger

Zusammen mit dem Publikum wurde an diesem Abend von 18 bis 20.30 Uhr über die Finanzierung von Theatern, Zuschüssen für die Kultur und Großevents diskutiert. Wie es um Nürnbergs Kultur steht, kannst du auch hier nochmal lesen in unserer fundierten Recherche “Kahlschlag im Kulturbereich: Neue Chance für Nürnbergs Soziokultur?“.

Fragen und Antworten

Tanja (per Whatsapp ans Redaktionshandy) fragt: Die Stadt muss sparen, okay. Aber was sagen Sie zu den geplanten Einsparungen in der Kultur?

Julia Lehner: „Es geht ans Eingemachte: Das Fett ist schon lange abgeschmolzen. Doch was wir bei all den Einsparungen immer im Hinterkopf haben sollten: Wenn eine Institution einmal geschlossen wird, wird sie entweder nie mehr oder zumindest für lange Zeit nicht mehr geöffnet werden. Das Beispiel “Volksbad” zeigt das anschaulich.”

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Gostner Hoftheater fragt: Wie will die Stadt kleine, freie Theater in der Stadt unterstützen, wenn die Mindestgagen ab Januar um 35% steigen? Wir finden das gut, können es alleine aber nicht stemmen.

Julia Lehner: „Die Pandemie hat uns geholfen Netzwerke aufzubauen. Wir haben laufende Gesprächsrunden mit den freien Theatern organisiert und konnten die finanzielle Not doch etwas lindern.“

Prof. Dr. Julia Lehner, Kulturbürgermeisterin der Stadt Nürnberg, bei den “Laufamholzer Gesprächen” im Gemeindesaal der Ev. Luth. Kirchengemeinde Laufamholz. Foto: Thomas Geiger

Stefan (per Whatsapp ans Redaktionshandy) fragt: Was tut die Stadt, um die freie Szene zu unterstützen? Proberäume für Bands sind in der gesamten Region nahezu nicht zu finden oder schier unbezahlbar.

Julia Lehner: „Nürnberg hat tatsächlich einen großen Mangel an günstigen Räumen für die Kunst. Viele Immobilienunternehmen locken anfangs Künstler:innen an. Aber sie sind auch die ersten, die wieder gehen müssen wenn die Zwischennutzung durch zahlungskräftife Mieter beendet wird. Es bräuchte ein Gesetz, um bei Quartiers-entwicklungen einen Teil der Räume bei solchen Projekten für die Kunst zu sichern.”

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Ben Heinrichson fragt: Wie verhindert man, dass Initiativen und Soziokultureinrichtung, die nicht so prestigeträchtig sind wie die Großevents, genauso wenig von den Streichungen betroffen werden?

Julia Lehner: „Wir haben in den letzten zwei, drei Jahren die Zuschüsse an freie Gruppen und individuelle Künstler nicht gekürzt. Sie sind alle konstant geblieben. Wir haben sogar im eigenen Ressort gespart, um das zu erreichen, beispiels-weise bei der “KommVorZone”. Wir können uns solche Projekte leider nicht mehr leisten, um sicher zustellen, dass die freie Szene die zugesicherten Beträge weiterhin erhält.“

Alexandra Haderlein, Gründerin der Relevanzreporter, im Gespräch mit Prof. Dr. Julia Lehner, Kulturbürgermeisterin der Stadt Nürnberg. Foto: Thomas Geiger

Alexej Kasatschkin fragt: Einen einfachen Zugang zur Kultur für Kinder und Jugendliche finde ich extrem wichtig. Was sagen Sie dazu?

Julia Lehner: „Wichtig ist für mich, dass man den Kindern schon früh Kultur vermittelt. Dazu brauchen wir Geld, Zeit und Menschen. Und es ist ganz wichtig, dass man Menschen die Chance gibt, einen kreativen Weg zu gehen.“

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Daniel (per Whatsapp ans Redaktionshandy): Wenn Großveranstaltungen wie die Blaue Nacht nur alle zwei Jahre stattfinden, könnte die Stadt das Geld doch in kleinere, weniger prestigeträchtige, aber ebenso wichtige Kulturveranstaltungen stecken, oder?

Julia Lehner: „Nürnberg hat eine sehr heterogene Kultur- und Kunstlandschaft. Aber in Nürnberg wurde in der Vergangenheit wenig für die Kultur getan. Ich habe 2002 entschieden, dass Großveranstaltungen dieses Klima verändern könnten: Diese Rechnung ist für mich aufgegangen. Dadurch wurde ein positives kulturelles Klima geschaffen.“

Die Relevanzreporter-Redaktion bedankt sich ganz herzlich für die vielen spannenden Fragen. Habt ihr noch weitere Anmerkung? Dann ab damit in die Kommentare.

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