Kommentar: Der Traum von Nürnbergs Kongresshalle gelingt nur ohne Operninterim

Veröffentlicht am 31. Mai 2024
Zuletzt aktualisiert am: 5. Juni 2024

Der Umbau der Kongresshalle Nürnberg droht zu scheitern. Um das zu verhindern, muss der Stadtrat die Ermöglichungsräume priorisieren und Klartext reden, sagt Relevanzreporterin Andrea Beck.

Wenn Nürnbergs Stadtverwaltung träumt, dann träumt sie groß. Sie will Hitlers unfertigen Propaganda-Koloss am Dutzendteich in einen schillernden Kulturstandort verwandeln. Doch nach drei Jahren Planungszeit hat sich wenig getan, was von außen sichtbar ist. Der Stadt droht ihr überdimensionales Projekt zu entgleiten. Eröffnung im Jahr 2027? Ja, klar. Kosten höchstens 211 Millionen Euro? Na sicherlich.

Die CSU-Verwaltung unter OB Marcus König hat die Kombination aus Operninterim und freier Kunstszene in der Kongresshalle seit 2021 vehement gegen alle Kritiken und Alternativen verteidigt – und die Mehrheit im Stadtrat von ihrer Vision überzeugt.

Die Hindernisse und Hintergründe von Nürnbergs Kongresshallenumbau kannst Du in unserer Relevanzreporter-Recherche vom 24. Mai nachlesen – frei für jeden zugänglich.

Die ausgebaute Kongresshalle wäre ein Gewinn für Nürnberg

So stellen sich die Architekten Gerkan, Marg und Partner die Gänge der Kongresshalle in Zukunft vor. Foto: Giuseppe Troiano

Die Vision der Stadt hat viel Charme, das muss man ihr zugestehen: Die Kunst – und mit ihr die Demokratie – sollen sich die Kongresshalle zurückholen. Was als Marschier-Schauplatz der NS-Diktatur nie fertig gebaut wurde, könnte zu einem weithin bekannten Treffpunkt von Operngästen und Poetry-Slam-Fans werden. Endlich wäre der Torso

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