Der brutale Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine wirbelt alles durcheinander. Die Energiepreise schießen durch die Decke, Lebensmittel werden für viele unerschwinglich teuer, Europas gesamtes Energiekonzept steht in Frage. Und siehe da: Plötzlich wird auch Afrika wiederentdeckt: als möglicher Lieferant für Gas, Solarstrom und Wasserstoff. Klar wird aber auch: Etliche Probleme hätten sich vermeiden lassen, hätte man vor Jahren klüger und weniger kurzsichtig gehandelt.
So wie das Parabolrinnenkraftwerk in Kramer Junction im US-Bundesstaat Kalifornien könnte der künftige Solarpark in Tunesien aussehen. Foto: Bureau of Land Management (BLM)
Günter Gloser, einst Staatsminister der rot-grünen Koalition unter Bundeskanzler Gerhard Schröder, kann sich noch gut erinnern. Im Dezember 2010 war in Tunesien der Arabische Frühling ausgebrochen. Im Westen war das freudig aufgenommen und es war Hilfe versprochen worden. Von einem neuen Marshallplan war die Rede. Die 2008 gegründete Mittelmeerunion, ein Lieblingsprojekt des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, sollte endlich mit Leben gefüllt und auch das 2009 maßgeblich von deutschen Konzernen mitgegründete Solarprojekt Desertec energisch vorangetrieben werden. Doch darüber, wie rasch der Elan wieder zum Erliegen kam, war der SPD-Bundestagsabgeordnete „maßlos enttäuscht“. Plötzlich war weniger von den Chancen einen intensivierten Kooperation die Rede, sondern mehr von Flüchtlingsproblemen und den Gefahren fundamentalistischer Einflüsse.
Strategische Fehlentscheidung
Im Rückblick ist unübersehbar, dass damals Weichen falsch gestellt wurden. Anstatt die Chancen der Solarenergie, aber auch der Gasförderung in Nord- oder Westafrika ernsthaft auszuloten, begab man sich noch stärker in die Abhängigkeit von russischem Gas. Auch die
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