Ist der Spuk rund um Taiwan schon wieder vorbei, oder war das nur ein Vorspiel für einen sich anbahnenden, gewaltigen Konflikt zwischen China und den USA? Noch jedenfalls ist der Krieg in der Ukraine längst nicht zu Ende, da braut sich am anderen Ende der Welt etwas zusammen, das noch viel schlimmere Folgen haben könnte. Die scharfen Töne zwischen den politischen Führern in Washington und Peking um Taiwan könnten, wenn nicht alle einen kühlen Kopf behalten, einen umfassenden Krieg zwischen den beiden größten Militärmächten der Welt auslösen.
Nancy Pelosi (Bildmitte) bei ihrem Treffen mit der taiwanesischenj Präsidentin Tsai Ing-Wen (rechts neben ihr) in deren Präsidialbüro. Foto: 總統府 / https://flickr.com/photos/40092099@N04/52260041269
Der Besuch von Nancy Pelosi in Taipeh war ein unmissverständliches Signal: Washington wird dem abtrünnigen Inselstaat unter allen Umständen beistehen, notfalls militärisch. Die wütende Reaktion aus Peking war genauso unzweideutig: Es war die größte militärische Machtdemonstration gegenüber dem demokratisch regierten Eiland seit Mitte der 90er Jahre, das Chinas Führung immer schon als Teil der kommunistischen Volksrepublik ansieht. Bei den Militärübungen wurde unverhohlen und mit mehr als 100 Kampfflugzeugen, rund einem Dutzend Kriegsschiffen und mindestens elf Raketen ein Angriff auf Taiwan geübt.
Mit Biden abgestimmt
Die unausweichliche Frage ist: Warum besuchte Pelosi ausgerechnet jetzt Taiwan? Als Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses ist sie die Nummer drei der amerikanischen Politik, direkt nach Präsident Joe Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris. Es ist ausgeschlossen, dass sie diese Reise ohne Abstimmung mit dem Staatschef unternommen haben könnte, auch beide da nicht komplett übereinstimmen. Da lag es für manche Beobachter nahe, einen Zusammenhang zu vermuten mit den anstehenden Zwischenwahlen in den USA im
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