Diplomaten sollen nicht selbst für Schlagzeilen sorgen. Doch was tun, wenn man in Gaza oder im Westjordanland täglich mit schreiendem Unrecht konfrontiert ist. Sven Kühn von Burgsdorff hat als EU-Botschafter für die palästinensischen Gebiete oft für Aufmerksamkeit gesorgt. Auch jetzt im Ruhestand spricht er Klartext mit unserem Außenpolitik-Redakteur Georg Escher.
Bei unserem „Blick nach draußen“ schaut Georg Escher, Außenpolitik-Redakteur, auf die Krisen und Konfilkte der Welt. Er zeigt uns immer wieder, warum diese Ereignisse auch uns in Nürnberg betreffen. Dieses Interview führte Georg Escher am 14. Oktober 2024.
Georg Escher: Der Konflikt im Nahen Osten eskaliert immer mehr. Wir haben es längst nicht mehr nur mit Gaza zu tun. Nach dem Beschluss Nordisraels durch die Hisbollah sind die Israelis im Libanon einmarschiert. Jetzt gibt es Raketenangriffe auf Teile Beiruts, Hamasführer Ismail Hanija ist bei einem massiven Bombenangriff in Teheran ermordet worden. Im Gegenzug hat der Iran Israel angegriffen. Nun warten alle auf den nächsten Gegenschlag der Israelis. Kann denn überhaupt niemand diesen Wahnsinn noch stoppen?
Sven Kühn von Burgsdorff: Da müssen wir erstmal die Interessenlage der einzelnen Akteure abklopfen. Fangen wir bei der israelischen Regierung an, bei Benjamin Netanjahu. Alle Analysten in der Region sind sich ja einig: Netanjahu kämpft um sein politisches Überleben, seit er Ende 2022 erneut an die Regierung kam – zum sechsten Mal übrigens.
Er scheut die Öffentlichkeit nicht: Sven Kühn von Burgsdorff, der frühere EU-Botschafter für die palästinensischen Gebiete. Foto: Simon Maia / European Union
Deutscher Diplomat und Politologe Sven Kühn von Burgsdorff (Jahrgang 1958)
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6. März 2026
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Blick nach draußen, Aus der Redaktion, Kommunalwahl 2026
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