Correctiv-Chefredakteur über den Wert von Journalismus in einer Demokratie

Veröffentlicht am 27. April 2024
Zuletzt aktualisiert am: 5. Juni 2024

Am Internationalen Tag der Pressefreiheit (3. Mai) kommt der Chefredakteur von Correctiv, Justus von Daniels, auf Einladung des Presseclubs Nürnberg und den Kontakten von Relevanzreporter-Gründerin Alexandra Haderlein nach Nürnberg. Schon vor seinem Vortrag hat ihn RR-Redakteur Georg Escher exklusiv für Relevanzreporter-Mitglieder interviewt. Das Recherchezentrum Correctiv hatte Anfang 2024 ein geheimes Treffen von rechtsextremen Verschwörer:innen in Potsdam aufgedeckt.

Herr von Daniels, wie ist es aus Ihrer Sicht um die Pressefreiheit in Deutschland derzeit bestellt? (Interview wurde Ende April 2024 geführt) 

Justus von Daniels: Wenn wir uns die Rangliste der Pressefreiheit zum Maßstab nehmen, die Reporter ohne Grenzen jedes Jahr veröffentlicht, sieht man, dass Deutschland in den vergangenen Jahren ein Stück weit zurückgefallen ist (Anmerkung der Redaktion: zuletzt nur noch Rang 21, nach Rang 16 im Jahr zuvor.). Ich kann das nachvollziehen: In den vergangenen Jahren gab es tatsächlich mehr tätliche Angriffe gegen Journalisten, gerade auf Demonstrationen, vor allem von Rechtsradikalen. Insofern hat sich das verschärft.
Grundsätzlich ist die Pressefreiheit in Deutschland dennoch sehr, sehr stark. Wir feiern 2024 „75 Jahre Grundgesetz“, damit feiern wir auch „75 Jahre Pressefreiheit“, und das muss man, glaube ich, erstmal voranstellen. Aber wir müssen genau hinsehen, wo es erodiert. Außerdem wird die Pressefreiheit stellenweise auch indirekt bedroht, etwa durch Klagen, die darauf ausgerichtet sind, Presseorgane einzuschüchtern. Da müssen wir tatsächlich ein Auge darauf haben. 

Tag der Pressefreiheit

Der Internationale Tag der Pressefreiheit wurde im Dezember 1993 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen eingeführt. Das Datum ist angelehnt an den Jahrestag

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  • Georg Escher
    Autor:in Reporter für Außenpolitik und RR-Ausbildungsbetreuer

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