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Häusliche Gewalt: „Warum gehst du nicht einfach?“

Veröffentlicht am 29. September 2020
Zuletzt aktualisiert am: 5. Juni 2024

Jeden dritten Tag bringt ein Mann in Deutschland seine (Ex-)Partnerin um – besonders häufig, wenn sie sich von ihm trennt oder es ankündigt. Jede vierte Frau hat schon mindestens einmal Gewalt von ihrem (Ex)-Partner erfahren. Richtig: jede vierte. Zähl ruhig mal durch, wenn du das nächste Mal U-Bahn fährst. Durch die Kontakteinschränkungen während der Corona-Pandemie hat sich die Lage zusätzlich zugespitzt. Doch was tun? Wir haben mit Geschädigten und Helfenden gesprochen. Und wir stellen Dir als allererstes Medium eine neue Fachstelle in Nürnberg vor, die sich den Täter:innen annimmt.

Trigger-Warnung: In diesem Text geht es zur Sache. Es kommen Schilderungen emotionaler, aber auch brutaler körperlicher und sexueller Gewalt vor. Bitte lies nur weiter, wenn Du in der entsprechenden psychischen Verfassung bist.

Jasmin S. ist 31 Jahre alt, über 1,80 Meter groß, seit zehn Jahren mit ihrem Partner zusammen und hat eine kleine Tochter mit ihm. Im Gespräch wirkt sie selbstbewusst und reflektiert. Doch ihr wachsendes Selbstbewusstsein passt ihrem Partner nicht: “Er macht mich bei jeder Gelegenheit klein: Er gibt mir zum Beispiel die Schuld, wenn er einen Parkplatz übersieht – ich hätte ihn darauf aufmerksam machen müssen.” Um ihn bei Laune zu halten, hat sie regelmäßig Sex mit ihm, obwohl sie längst keine Lust mehr darauf hat. Gleichzeitig schmiedet sie Pläne, wie sie ihn – trotz wirtschaftlicher Abhängigkeit – verlassen kann.

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