Thomas Geiger

Der Frankenschnellweg: Warum Nürnberg jetzt abstimmt

Veröffentlicht am 18. Juni 2026
Zuletzt aktualisiert am: 18. Juni 2026

Der Frankenschnellweg beschäftigt Nürnberg seit fast 40 Jahren. Gerichte, Stadtratsregierung und Freistaat haben sich längst positioniert. Trotzdem entscheiden jetzt die Bürger:innen über die Zukunft des Projekts. Eine Chronologie des Streits und ein Überblick über die wichtigsten Befürworter:innen und Gegner:innen.

Kaum ein Nürnberger Verkehrsprojekt sorgt seit so vielen Jahren für Streit wie der Frankenschnellweg. Befürworter:innen sehen im Ausbau eine Lösung für Staus, Lärm und Abgase. Gegner:innen halten das Vorhaben für ein überholtes Milliardenprojekt, das noch mehr Verkehr in die Stadt locken könnte. Mit dem Bürgerentscheid am 28. Juni 2026 bestimmen nun erstmals die Nürnbergerinnen und Nürnberger selbst über die Zukunft des Ausbaus.

Wie kam es zum Bürgerentscheid?

Der Frankenschnellweg gilt seit Jahrzehnten als einer der größten Stauschwerpunkte Nürnbergs. Bereits 1987 brachte die CSU einen ersten Antrag für einen kreuzungsfreien Ausbau der Stadtautobahn ein. Ziel war es, den Verkehr an den besonders belasteten Kreuzungen flüssiger zu machen.

2013 erließ die Regierung von Mittelfranken den Planfeststellungsbeschluss für das Projekt. Es folgte eine jahrelange Reihe von Klagen durch den Bund Naturschutz, den Verkehrsclub Deutschland und weitere Gegner:innen des Vorhabens. Die Gerichte wiesen die Klagen jedoch nach und nach zurück. Im Frühjahr 2025 bestätigte schließlich auch das Bundesverwaltungsgericht die bisherigen Urteile.

Daraufhin beschloss der Nürnberger Stadtrat am 9. April 2025, den ersten Bauabschnitt möglichst schnell auszuschreiben und umzusetzen.

Doch der Widerstand blieb bestehen. Im Herbst 2025 startete die Initiative

Direkt weiterlesen?
Erstelle Dir jetzt Deinen Zugang!

Hinter Relevanzreporter steht kein Medienkonzern oder Investor. Das gemeinnützige Magazin wird von, für und mit seinen Mitgliedern ermöglicht.

Wir sind unabhängig und werbefrei.

Empfohlene Artikel aus dem Schwerpunkt:
Stadt der Zukunft, Wohnen & Bauen

  • 1
    Karte zun den Ergebnissen Bürgerentscheid Frankenschnellweg: Die blauen Randbezirke sind für den Ausbau, die pinken Stadtteile votierten gegen den Ausbau.

    Frankenschnellweg: So haben die Bezirke abgestimmt

    NÜRNBERG – Die Planungen für den Ausbau des Frankenschnellwegs gehen weiter: Die Befürworter:innen gewannen den Bürgerentscheid am Sonntag mit 53,0 Prozent. Die Gegner:innen kamen auf 47,0 Prozent. Doch wie haben die einzelnen Stimmbezirke entschieden – und was lässt sich daraus folgern? Eine Analyse von Kevin Kienle, Herausgeber unseres neuen Medienpartners „The Nuremberg Times“.

    30. Juni 2026
  • 2
    Frankenschnellweg (A73) Höhe Schwabacher Straße in Blickrichtung Südosten zur roten Bogenbrücke über den FSW beziehungsweise Südwesttangente.

    Faktencheck Frankenschnellweg: Führt der Ausbau zu mehr Verkehr?

    Der Frankenschnellweg steht. Jeden Tag. Vor allem rund um die Schwabacher Straße verlieren Autofahrer:innen im Feierabendverkehr Zeit im Stau. Die Stadt verspricht mit dem Ausbau einen besseren Verkehrsfluss. Kritiker:innen halten dagegen: Wer Straßen ausbaut, bekommt am Ende noch mehr Verkehr. Was steckt hinter diesem Argument und was sagen die Daten zum Nürnberger Fall?

    18. Juni 2026
  • 3
    Gruppe von Menschen in der Eingangshalle des Volksbades Nürnberg, hören Christian Vogel zu, er steht auf Treppenaufgang. Wände behangen mit Bauplanen

    Vom Denkmal zum Begegnungsort: Das Volksbad vor der Wiedereröffnung

    Jahrelang Baustelle, steigende Kosten, große Erwartungen: Anfang 2027 soll das Nürnberger Volksbad wieder öffnen. Reporterin Verena Apreck hat sich in ihrer Recherche gefragt, warum sich die Sanierung verzögert, teurer wird als geplant und welchen Mehrwert das neue NürnbergBad für die Stadt haben soll.

    12. Juni 2026

Die neuesten Artikel:

  • 1
    Die größten Investitionen der Stadt Nürnberg im Haushalt 2026 entfallen auf wenige zentrale Aufgabenbereiche. Gleichzeitig muss die Stadt ihre laufenden Ausgaben dauerhaft um rund 80 Millionen Euro senken.

    80 Millionen Euro weniger: Was Nürnbergs Sparkurs bedeutet

    Nürnberg muss in den kommenden Jahren dauerhaft rund 80 Millionen Euro einsparen. Große Bauprojekte wie der Frankenschnellweg oder der Stadionumbau sind davon erstmal nicht betroffen. Gespart werden muss bei den sogenannten konsumtiven Ausgaben – also den laufenden Kosten der Stadt für Personal, Sozialleistungen und den Betrieb ihrer Einrichtungen. Doch welche Bereiche könnten konkret betroffen sein?

    10. Juli 2026
  • 2

    Wie steht es um die Nürnberger Brauereien?

    Nürnberger Bier gehört zur Stadt wie die Rostbratwurst oder das Schäuferla. Aber wie zukunftsfest ist eine Branche, die sich Nürnberg seit Jahrhunderten prägt? Unser Reporter Julian Hörndlein hat sich bei den Brauereien umgehört und erfahren, wie Tradition und Regionalität zum Schlüssel für die Herausforderungen der Gegenwart werden.

    10. Juli 2026
  • 3
    Im Max-Morlock Stadion Nürnberg stimmen sich die Fans mit ihrer Choreo auf das Spiel ein. Hier Schalke 04 zu Gast im blauen Block rechts, Oberrang, Fahnenträger auf dem Spielfeld.

    Nürnbergs neues Stadion nimmt Gestalt an

    50.000 Plätze, eine neue Nordkurve und mehr Platz für Fans: Nürnberg hat erstmals einen konkreten Entwurf für ein neues Max-Morlock-Stadion vorgestellt. Doch am 22. Juli entscheidet der Stadtrat noch nicht über den Bau. Warum das Projekt trotzdem an einem Wendepunkt steht und welche großen Fragen noch offen sind, erklärt Lilien Wege.

    3. Juli 2026

Schreibe einen Kommentar zu "Der Frankenschnellweg: Warum Nürnberg jetzt abstimmt"

Zum Kommentieren musst du angemeldet sein.