2007 wurde in Deutschland das Elterngeld eingeführt. Doch hat es sein Ziel, für mehr Gleichberechtigung zu sorgen, erreicht? Oder sind es immer noch zum Großteil Mütter, die zuhause bleiben und sich um die Kinder kümmern? Unsere Reporterin Stefanie Unbehauen analysiert, was andere Länder besser machen und was Deutschland daraus lernen kann.
2022 feierte das Elterngeld sein 15-jähriges Jubiläum in Deutschland. Zeit für eine Bestandsaufnahme. Ursprünglich wurde es eingeführt, um Gleichberechtigung zu fördern und Familien finanziell zu unterstützen. Doch hat es wirklich für mehr Emanzipation gesorgt? Tatsache ist: Die meisten Väter nehmen nur das Minimum an 2 Monaten oder beantragen gar kein Elterngeld. Meist sind es immer noch die Mütter, die zuhause bleiben und sich um die Kinderbetreuung kümmern. Hat das Elterngeld also sein Ziel verfehlt und was machen andere Länder besser? Welche Anreize kann die Politik setzen, um die Beantragung auch bei Männern zu erhöhen? Sehen wir uns zunächst die Zahlen in Bayern einmal genauer an.
Das Elterngeld in Bayern
Im Jahr 2019 beantragten etwa doppelt so viele Mütter wie Väter das Elterngeld Graphik: Anett Hentschel
Im Jahr 2021 wurden laut Zentrum Bayern Familie und Soziales 1,36 Milliarden Euro im Rahmen des Elterngelds allein im Freistaat ausgegeben. Über 180.000 Elternteile, deren Kinder im Jahr 2019 geboren wurden, haben bayernweit Elterngeld erhalten. Fast 150.000 davon bezogen Basiselterngeld, rund 35.000 ElterngeldPlus. Etwa 3.400 nutzten den Partnerschaftsbonus. Über 60.000 Elternteile, die die Transferzahlung erhielten, waren Männer. Der Frauenanteil lag doppelt so hoch.
Mütter leisten nach wie vor die meiste Care-Arbeit
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