Warum wählen wir nicht digital?

Veröffentlicht am 19. September 2021
Zuletzt aktualisiert am: 5. Juni 2024

Die Landtagswahl 2023 steht bevor. Doch warum wählen wir im 21. Jahrhundert eigentlich immer noch nicht digital?

Aufs klassische Wahllokal haben immer weniger Nürnberger:innen Lust. Bis 2009 war Briefwahl die Ausnahme und wer so wählen wollte, brauchte einen Grund. Seit dem Wegfall dieser Regelung wird das Wählen zuhause peu à peu stärker nachgefragt. Doch warum kann man eigentlich immer noch nicht digital wählen?

Quelle: eigene Darstellung der Wahlberichte des Amtes für Stadtforschung und Statistik

Estland zeigt, wie’s geht

Estland – ein Staat, der knapp dreimal so viele Einwohner:innen hat wie Nürnberg und weniger Datenschutzbedenken hat, als wir Deutschen – macht es vor: Er ist europäischer Vorreiter in der Digitalisierung. Mehr als 3000 Dienstleistungen können die Bürger:innen dort digital erledigen. Seit 2005 wählen sie auch das Parlament per e-Voting. Das Wahllokal oder die Briefwahl sind weiterhin möglich, aber insbesondere die Briefwahl wird kaum noch nachgefragt.

Der Ablauf der Online-Wahl ist simpel, wie die Sprecherin des e-Estonia Briefing Centre, Anett Numa, uns erklärte. Die Wählenden laden sich zunächst das Abstimmungsprogramm von der verschlüsselten Website der Wahlbehörde valimised.ee auf ihren Computer herunter. Für die Stimmabgabe (einige Tage vor! dem Wahltag) identifizieren sie sich im Programm mit einem Kartenlesegerät

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  • Alexandra Haderlein
    Autor:in Gründerin, Geschäftsführerin, Redakteurin für Newsletter und Recherchen

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