Nürnberger Bier gehört zur Stadt wie die Rostbratwurst oder das Schäuferla. Aber wie zukunftsfest ist eine Branche, die sich Nürnberg seit Jahrhunderten prägt? Unser Reporter Julian Hörndlein hat sich bei den Brauereien umgehört und erfahren, wie Tradition und Regionalität zum Schlüssel für die Herausforderungen der Gegenwart werden.
Glaubt man dem Deutschen Brauerbund, dann werden pro Kopf 89,4 Liter Bier pro Jahr getrunken. Das klingt erstmal nach einer stattlichen Menge – umgerechnet auf fränkische Standardgröße „Seidla“ mit seinen 0,5 Litern Fassungsvolumen wären das fast 180 Seidlaskrüge pro Jahr und damit statistisch ein Bier alle zwei Tage. Doch diese Zahl sagt natürlich nur wenig darüber aus, wie es den Nürnberger Brauereien tatsächlich geht. „Der Biermarkt verändert sich seit Jahren strukturell“, sagt Walter König von Bayerischen Brauerbund. Neben einem rückläufigen Alkoholkonsum stellt er fest, dass alkoholfreie Biere immer mehr Markanteil beanspruchen würden. Hinzu kommt die lokale Verankerung: „Regionalität, Herkunft und Qualität spielen bei Kaufentscheidungen eine immer größere Rolle“, so der Experte. Die Herausforderung für die Brauereien sei es, die Wahrnehmung von Bier als Genuss- und Kulturgut auch im Bierpreis abbilden zu können.
Vielfältige Bierlandschaft in Nürnberg
Was heißt das aber nun für die Nürnberger Brauereien? Die hiesige Bierwirtschaft ist sehr vielfältig. Größte Brauerei der Stadt ist die Brauerei Tucher, die zur Radeberger-Gruppe im Konzern Dr. Oetker gehört. Die Geschichte der Brauerei geht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Auch wenn die Brauerei Teil eines großen Lebensmittelproduzenten ist, möchte man die Regionalität
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